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Wenn Breathwork-Erfahrungen nicht den Erwartungen entsprechen

Journaling

Photo by Anastasiia Malai on Unsplash (lT2UALyvoEg)

Als ich Breathwork 2018 zum ersten Mal ausprobiert habe, wusste ich direkt, dass ich hier ein Tool gefunden hatte, das mein Leben komplett verändern würde. Seitdem habe ich nicht nur eine Ausbildung zum Breathwork-Coach abgeschlossen und begonnen andere Breathwork-Coaches auszubilden, ich bin auch auf einer fortlaufenden Entdeckungsreise mit meinem eigenen Atem. Mal ist es ein sehr aktiver Prozess, in dem ich neue Atemtechniken erkunde, mal passiert mehrere Monate gar nichts. Mal halte ich für einen Menschen oder eine Gruppe eine Session, in der wundervolle Dinge passieren, mal mache ich selbst in einer Gruppen Breathwork Session eine unglaubliche Erfahrung, die mich auf meinem persönlichen Heilungsweg voranbringt und stärkt.

Die letzten Wochen und Monate war ich mal wieder in einem sehr aktiven, intensiven Prozess und habe dabei einige sehr spannende Erfahrungen machen dürfen – Erfahrungen, die ich gerne in Blogartikeln hier auf meiner Webseite teilen möchte, um andere Menschen einen Einblick zu ermöglichen, was Breathwork – die Arbeit mit dem eigenen Atem – alles bedeuten kann und wie es das Leben langfristig verändern kann. 

Heute möchte ich über eine Erfahrung und eine Erkenntnis sprechen, die ich vor einigen Wochen in einer Gruppen Breathwork Session gemacht habe, die ich live halten durfte.

Die Energie bei Live Gruppen Breathwork Sessions ist in der Regel eine ganz Besondere – denn man geht gemeinsam mit anderen Menschen auf eine Reise. Und auch wenn die Reisen der atmenden TeilnehmerInnen am Ende alle sehr individuell sind und in der Regel jeder etwas anderes erlebt, so bekommt man doch auch etwas von den Reisen der anderen mit und wird auch von der Energie im Raum beeinflusst. Manche Menschen müssen während einer Session plötzlich lachen, andere fangen an zu weinen. Manche liegen still und bewegungslos da, andere bewegen sich sehr viel und finden ihren persönlichen Weg sich auszudrücken (Hinweis: dabei achte ich natürlich in allen Sessions darauf, dass keiner der TeilnehmerInnen sich oder andere verletzt.).

In einer Gruppen Session vor ein paar Wochen gab es einige TeilnehmerInnen, die sehr positive, befreiende und bestärkende Erfahrungen gemacht haben – und sie nach dem Breathwork auch geteilt haben. Denn am Ende einer Breathwork Session gibt es bei mir immer auch Zeit für alle TeilnehmerInnen, über ihre persönlichen Erfahrungen zu sprechen, wenn sie möchten – unabhängig davon, was sie erlebt haben, denn alle Erfahrungen sind richtig und wichtig. Für viele ist das ein wichtiger Teil des Integrationsprozesses – es kann helfen, die Erlebnisse und Gefühle im Körper noch mal bewusst wahrzunehmen und zu benennen und das Erlebte auch auf mentaler Ebene besser zu verstehen.

Nachdem die ersten zwei TeilnehmerInnen in unserem Kreis ihre (sehr positiven) Erfahrungen geteilt hatten, begann eine dritte Teilnehmerin zu sprechen. Ihre Erfahrung während des Breathwork war eine ganz andere als die ersten beiden – und für sie fühlte es sich in diesem Moment nicht positiv an.

Ich möchte an dieser Stelle keine Details ihrer Erfahrung teilen (denn diese bleiben immer im Kreis der Atmenden und werden nicht geteilt, außer von den TeilnehmerInnen selbst). Letztlich ging es darum, dass für sie während der Session ein Gefühl hochkam, mit dem sie nicht gerechnet hatte und das sich für sie nicht gut angefühlt hatte.

Dazu kam nun ihr Eindruck, dass andere TeilnehmerInnen wundervolle, befreiende, positive Erfahrungen gemacht hatten, während sie eine „negative“ Erfahrung gemacht hatte. Die Frage, die für sie an dieser Stelle aufkam, war: „Warum haben alle anderen eine positive Breathwork-Erfahrung und sind jetzt glücklich, ich aber nicht?“

Die Frage zu beantworten ist natürlich nicht einfach. Zunächst mal empfinde ich es von außen schwierig zu beurteilen, was eine positive und was eine negative Erfahrung ist. Jeder hat eine unterschiedliche Wahrnehmung.

Gleichzeitig hat mir meine Erfahrung mit Breathwork bisher gezeigt, dass wir immer genau die Erfahrung bekommen, die unser System gerade braucht.

Was meine ich damit?

Beim Breathwork – beziehungsweise bei der bewusst verbundenen Atmung – kreieren wir durch eine schnelle, aktive Atmung leicht sehr viel Energie in unserem Körper (auf biologischer Ebene lässt sich das mit der Änderung des Kohlendioxid-Gehalts in unserem Blut erklären). Eines der Ziele bei dieser Atmung kann es sein, tiefer in die Verbindung mit dem eigenen Körper zu kommen oder auf eine unterbewusste Ebene im Körper zu gehen. Andere Teile des Gehirns werden aktiviert, die sonst weniger aktiv sind. Im Idealfall schaffen wir es aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und uns voll unserer Erfahrung hinzugeben.

Wenn uns das gelingt, übernimmt unser Körper.

Häufig nehmen wir uns in unserem Alltag nicht die Zeit, regelmäßig in die Verbindung mit unserem Körper zu gehen. Wirklich hinzuspüren, wie es uns geht oder was wir brauchen. Vielen Menschen fällt es schwer, ihre Gefühle (vor allem die als „negativ“ angesehenen) zuzulassen und vollständig zu fühlen. Zum Beispiel weil sie befürchten, dass die Gefühle zu mächtig sind und sie überwältigen.

Meistens ist das ein unbewusster Prozess. Mit dem Ergebnis, dass unser System die nicht gefühlten Gefühle und die nicht wahrgenommenen Bedürfnisse und Empfindungen in unserem Körper abspeichert. Bis es eine Gelegenheit und Raum findet, sie wieder hochzuholen und zu verarbeiten.

Und Breathwork kann einen solchen Raum bieten.

Wenn wir es wie oben beschrieben schaffen, aus dem Kopf raus, in den Körper rein und in die Verbindung mit unserem Unterbewusstsein zu kommen, dann zeigen sich manchmal genau die Dinge, die wir in unserem Kopf-lastigen, sehr stark kontrollierten Alltag so häufig nicht zulassen.

Und die Dinge, die wir verdrängen, sind ja in der Regel eher nicht die, die wir als positiv wahrnehmen.

Es kann also durchaus sein, dass in einer Breathwork-Session Dinge und Erinnerungen hochkommen, mit denen wir nicht gerechnet haben und die sich erstmal schwer oder herausfordernd anfühlen.

Meine Erfahrung mit solchen Situationen ist, dass, wenn wir es schaffen, während der Session mit diesen Gefühlen zu bleiben und sie wirklich durchzufühlen, sie sich Stück für Stück auflösen können und wir einen neuen, freieren Raum in uns wahrnehmen können.

Das kann ohne Frage absolut herausfordernd sein. Wichtig ist an dieser Stelle, die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und zu wissen, wie viel man zulassen kann und wann man aufhören muss. Breathwork-Sessions sind keine Therapie-Sitzungen, deswegen ist Eigenverantwortung und Selbstkenntnis essentiell.

Und gleichzeitig ist es natürlich wichtig, eine/n ausgebildeten Breathwork-CoachIn an seiner Seite zu haben, der den Raum sicher halten und die TeilnehmerInnen auf ihren Reisen unterstützen kann.

In der hier beschriebenen Situation mit der Teilnehmerin, für die herausfordernde Gefühle während der Session hochkamen, war es wichtig, dass ich sie unterstützen und halten konnte, so dass sie sich wieder beruhigen und schließlich sogar ihre Geschichte teilen konnte.

Und was passiert ist, als sie ihre Erfahrungen geteilt hat, war meiner Meinung nach einfach wundervoll. Sie hat die Möglichkeit bekommen, zu erfahren, dass sie nicht allein ist. Zwölf andere Menschen saßen mit ihr im Kreis und haben sie gesehen – und ich meine, wirklich gesehen, mit ihren Gefühlen, ihrer Verletzlichkeit, ihrem Frust. Sie konnte in die Verbindung gehen und ihre Erfahrung verwandeln, ihr System unterstützen, sich zu beruhigen und aus dieser Erfahrung etwas Neues, hoffentlich Heilsames mitnehmen.

Wenn wir zu einer Breathwork-Session kommen, hoffen oder erwarten wir häufig, dass wir uns im Anschluss besser fühlen. Häufig ist das auch der Fall. Und manchmal ist es so, dass erstmal das, was wir sonst in unserem Leben nicht fühlen, durch Breathwork hochkommt und gefühlt werden darf. Und das kann am Ende wirklich befreiend und bestärkend sein – wenn wir uns darauf einlassen!

Mich würde interessieren, was deine Erfahrungen mit Breathwork sind? Hast du schon mal an einer Session teilgenommen? Und haben deine Erwartungen den tatsächlichen Erfahrungen entsprochen? Wie ging es dir nach dem Breathwork? Teile gerne deine Erfahrungen mit uns und den anderen!

Wenn du bisher noch keine Breathwork-Erfahrungen gemacht hast, und jetzt neugierig geworden bist, dann lade ich dich ein, dich hier auf meiner Webseite umzuschauen – ich habe verschiedene Angebote für dich, für Einzel- und Gruppen Sessions (live und online) sowie für verschiedene Breathwork-Kurse, die dich auf deiner individuellen Reise mit deinem Atem unterstützen können!

Ich freue mich darauf, mit dir zu atmen, und wünsche dir einen wundervollen Tag!

Alles Liebe
deine Svenja

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