Zurück zu allen Artikeln

Die wichtigsten Erkenntnisse aus meiner Solo-Reise durch Italien

Ein Portrait-Foto von Svenja, mit dem Meer im Hintergrund. Svenja lacht in die Kamera.
Svenja Tasler
5.11.19
7 Minuten Lesezeit
Svenja in einem roten Kleid, auf einer Aussichtsplattform, mit Blick zum Meer, an der Amalfi Küste.

Im Herbst 2019 bin ich für fünf Wochen allein auf eine Reise durch Italien gegangen. Italien, ein Land, das schon lange auf meiner "Must-see"-Liste stand, bot die perfekte Kulisse für eine Auszeit, die ich mir nach meiner Rückkehr von England nach Deutschland gönnte. In diesem Artikel teile ich ein paar der Hintergründe zu meiner Reise mit dir – warum ich unbedingt allein reisen wollte, wo ich überall war, was ich gelernt habe und wie es für mich als Frau allein in Italien war.

Warum ich mich für diese Solo-Reise entschied

Die Entscheidung für diese Reise kam aus einem Gefühl der Unruhe heraus, das mich dazu drängte, etwas Neues zu wagen. Inspiriert von einer ehemaligen Kollegin und einem Kellner in Brighton, die beide ihre eigenen Abenteuerreisen machten, entschloss ich mich Anfang 2019, dem Ruf nach Italien zu folgen. Mein Ziel war es, nicht nur das Land zu erkunden, sondern auch an meinen eigenen Projekten zu arbeiten und mir einmal wirklich Zeit für mich selbst zu nehmen.

Wie sah meine Reise aus?

Die Reise selbst hat mich an so vielen Stellen aus meiner Komfortzone gebracht, angefangen bei der Entscheidung lediglich eine ungefähre Route aufzustellen und außer den Flügen und den ersten Nächten in Venedig nichts zu buchen. Stattdessen wollte ich „mit dem Flow“ gehen und schauen, worauf ich Lust hatte, wenn ich vor Ort war.

Diese Flexibilität und Spontanität haben mich zum Teil sehr herausgefordert und mir gleichzeitig unglaublich gutgetan und mir neue Sicherheit für mein Leben gegeben.

Ich bin in Venedig gestartet (was aufgrund meiner hohen Erwartungen leider nicht zu meinen Highlights gehörte) und relativ schnell weiter nach Florenz, wo ich für 10 Tage blieb und mit etwas Ruhe in meinen persönlichen Reise-Flow gefunden habe. Es folgten Ausflüge nach Siena, Pisa und Cinque Terre sowie ein Wochenend-Trip nach Lucca (die Stadt kann ich sehr empfehlen!).

Im Anschluss ging es für zehn Tage nach Rom – und das Gefühl vor dem 2.000 Jahre alten Colosseum zu stehen und Geschichten aus meinem Latein-Unterricht hochkommen zu spüren, war unbeschreiblich!

Nach Rom ging es weiter an die Amalfi-Küste, die mein absolutes Highlight war! Ich war von Sekunde eins verliebt. Die letzten Tage verbrachte ich in Neapel – eine Stadt, über die ich vorher gleichermaßen viel Schlechtes (von Touristen) und Gutes (von Einheimischen) gehört hatte. Für mich bot sie ein Gefühl von „nach Hause kommen“, denn sie erinnerte mich an vielen Stellen an Brighton.

Was ich in Italien gelernt habe

Diese Reise stärkte mich nicht nur in meinem Selbstvertrauen und meiner Unabhängigkeit, sondern sie eröffnete mir auch neue Perspektiven auf das Leben und meine persönlichen Ziele. Es war eine Zeit der tiefen Selbstreflexion und des kreativen Schaffens, die mich nachhaltig geprägt hat.

Meine wichtigsten Erkenntnisse möchte ich hier einmal etwas detaillierter mit dir teilen:

1. Ich liebe es, allein zu reisen! Ich bin maximal flexibel und kann meine Reise komplett nach meinen eigenen Bedürfnissen ausrichten. Ich habe in Italien erkannt, wie gut ich mit mir allein sein kann – gleichzeitig hatte ich auch kein Problem, neue Menschen kennen zu lernen.

2. Es ist nicht immer leicht, die eigenen Erwartungen loszulassen und Situationen so anzunehmen wie sie sind – wenn es gelingt, führt das aber immer zu mehr Leichtigkeit und Entspanntheit im Leben.

3. Qualitativ hochwertiges Eis schmilzt und kann daher nicht „aufgetürmt“ in den Schaufenstern präsentiert werden. Das war eine der interessantesten unpersönlichen Learnings meiner Reise! Eissorten, die aufgetürmt werden und nicht wegschmelzen, sind voller künstlicher Zusatzstoffe, also nicht frisch!

4. Ich brauche eine Balance zwischen Vertrautem, das mir Sicherheit gibt, und Abenteuer und Freiheit, das mich lebendiger fühlen lässt. Es ist nicht immer leicht, eine gute Balance zwischen diesen sehr unterschiedlichen Aspekten zu finden. Gleichzeitig versuche ich mich immer wieder daran zu erinnern, nicht zu sehr nur im Vertrauten sicheren zu bleiben.

5. Wenn ich mich ins Abenteuer stürze und meine Ängste loslasse, wird meine Intuition automatisch stärker und führt mich öfter in die richtige Richtung. Und wenn ich aus meiner Intuition heraus handele, habe ich viel mehr Vertrauen in die Richtigkeit meiner Entscheidungen.

Wie es für mich als Frau war allein zu reisen

Alleine zu reisen, besonders als Frau, war eine tiefgreifende Erfahrung, die mich lehrte, meinen Ängsten zu begegnen und sie zu überwinden.

Meine wichtigste Erkenntnis kam mir während eines Nacht-Spaziergangs in Rom, als ich nach einer Stadtführung im Dunkeln allein zurück zu meinem Apartment ging:

Ich fühle mich sicher – in mir und in der Welt!  

Und diese Sicherheit hat wenig mit dem außen zu tun – sondern kommt vor allem aus meinem innen!

Damit will ich nicht sagen, dass es in der Welt keinerlei reale Gefahren gibt (natürlich gibt es die). Und ich glaube auch nicht, dass mir kein psychischer oder physischer Schmerz zugefügt werden kann oder ich niemals Schicksalsschläge erleiden werde. Allein die Tatsache, dass ich eine Frau bin, erhöht das Risiko, dass ich in meinem Leben in für mich bedrohliche Situationen gerate. Und als Frau allein unterwegs zu sein, minimiert das Risiko auch nicht. Aber ich fühle mich gerade sehr sicher, dass ich alles in meinem Leben irgendwie handeln kann und es mich im Zweifel wachsen lässt.  

Dieses Gefühl blieb auch in Neapel – der Stadt, vor der mich einige Menschen gewarnt hatten, weil sie so viel gefährlicher sei als andere. Das ist übrigens ein weiteres Learning für mich aus Italien: Lass dich nicht von den Ängsten anderer Menschen beeinflussen und traue vor allem deiner eigenen Intuition (das gilt nicht nur für Stadtbesichtigungen).

Am Ende kommt es natürlich auch immer auf die Perspektive an: wenn du in Hannover in bestimmte Stadtteile gehst, denkst du am Ende auch, Hannover sei gefährlich.

Ein letzter Punkt dazu noch, um gegebenenfalls aufkommende Missverständnisse zu vermeiden: Ich will damit nicht sagen, dass ich jetzt furchtlos bin! Natürlich mache ich mir manchmal sorgen oder gerate in Panik, wenn Unvorhergesehene Dinge passieren oder ich aus meiner Komfortzone heraustrete. Es gibt Tage voller Zweifel, Unsicherheit und schlechter Laune. Aber irgendwo in mir gibt es diese Stimme, die mir immer wieder zuflüstert: „Ist schon ok. Ich bin sicher.“

Und das ist ein unglaublicher Gewinn für dich, der mit gleichzeitig unglaublich stolz auf mich selbst sein lässt! Ich kam aus Italien mit einem stärkeren Vertrauen in mich selbst und einer klareren Vision für meine Zukunft zurück. Diese Reise war mehr als nur ein Urlaub; es war eine Reise zu mir selbst, die mich lehrte, mutig und offen für das Leben zu sein.

Kannst du das Gefühl, das ich hier beschrieben habe, nachvollziehen? Wie sicher fühlst du dich in deinem Leben? Und was sind deine Gedanken zum alleine verreisen als Frau? Ich freue mich, wenn du ein paar deiner Gedanken in den Kommentaren auf dieser Seite mit mir teilst.

Alles Liebe

Deine Svenja

Ein Portrait-Foto von Svenja, mit dem Meer im Hintergrund. Svenja lacht in die Kamera.
Svenja Tasler
5.11.19
7 Minuten Lesezeit