Fünf Wochen in Italien – Meine wichtigsten Erkenntnisse

und wie es ist allein als Frau zu verreisen

Wenn du mir auf Instagram folgst, weißt du, dass ich im September und Oktober für fünf Wochen allein in Italien war. In diesem Artikel möchte ich ein paar der Hintergründe zu meiner Reise mit dir teilen – warum ich unbedingt allein reisen wollte, wo ich überall war, was ich gelernt habe und wie es für mich als Frau allein in Italien war.

Wie ist es zu der sechs-wöchigen Auszeit gekommen?

Italien selbst stand schon seit Jahren auf meiner „Must see“-Reiseliste und im Frühjahr diesen Jahres hatte ich beschlossen, meine Rückkehr von England nach Deutschland mit einer Auszeit von sechs Wochen zu verknüpfen und die Gelegenheit zu nutzen das für seine Pizzen und Nudeln bekannte Land zu erkunden.

Ausschlaggebend dafür war eine innere Unruhe, die mich relativ überraschend im März überkommen hatte und mich sehr rastlos werden ließ. Obwohl ich die vergangenen zwei Jahre in einem „fremden“ Land (England) direkt am Meer gelebt hatte, hatte ich das Gefühl, ich müsste noch mal „raus“ kommen, etwas ganz Neues wagen und etwas ausprobieren, das ich so bisher noch nicht gemacht hatte – bevor es wieder zurück ins altbekannte Hannover gehen sollte (eine Entscheidung, die ich auch selbst getroffen habe).

Inspiriert zu der längeren Reise haben mich zwei völlig unterschiedliche Personen: Eine ehemalige Kollegin, die gerade selbst mit ihrem Partner für mehrere Monate auf einer Südostasien-Reise war und davon auf Instagram fleißig berichtete (schau gerne mal auf empiremymind_podcast vorbei, wenn dich das Thema interessiert; unbezahlte Werbung), und ein Kellner in meinem Lieblingscafe, der sich einfach mal für zweieinhalb Monate eine Auszeit genommen hatte um allein nach Südamerika zu reisen. Die Orte selbst haben mich nicht sonderlich gereizt, aber die Vorstellung auf eine längere Auszeit und das Erkunden eines Landes, das ich bis dahin noch nicht kannte, waren für mich total verlockend und meine Rastlosigkeit bestärkte mich darin diesem Impuls einfach mal nachzugeben.

Meine Chefin war tatsächlich recht schnell einverstanden mit meinem Wunsch (wenn vermutlich auch nicht 100% begeistert, aber das hat sie recht gut versteckt ?), so dass wir Anfang Juni einen Zeitraum für meine Auszeit (und dadurch ultimativ auch meine Rückkehr nach Deutschland) fest vereinbart hatten.

Von Anfang an war irgendwie klar, dass ich mich allein auf die Reise machen wollte. Ich wollte mir Zeit für mich und meine Ideen nehmen – komplett frei in meinen Entscheidungen sein und den Dingen nachgehen, auf die ich in der Zeit Lust hatte. Unter anderem wollte ich natürlich auch an Ideen für meine Webseite und mein neues Konzept „My female Life“ arbeiten – und das hat auch sehr gut funktioniert! ?

 

Wie sah meine Reise aus?

Die Reise selbst hat mich an so vielen Stellen aus meiner Komfortzone heraus getrieben, angefangen bei der Entscheidung vor Beginn der Reise lediglich eine ungefähre Route aufzustellen, außer den Flügen und den ersten Nächten in Venedig aber nichts weiter zu buchen und stattdessen „mit dem Flow“ zu gehen und zu schauen, worauf ich Lust hatte, wenn ich vor Ort war. Mein nächste Reiseziel habe ich also immer erst festgelegt, wenn ich in einer neuen Stadt war.

Diese Flexibilität und Spontanität haben mich teilweise sehr herausgefordert und mir gleichzeitig unglaublich gut getan und mir und meinem Ego sehr viel neue Sicherheit für mein Leben gegeben.

Ohne jetzt im Detail auf alles eingehen zu wollen, was ich gemacht habe, kommt hier mal ein kurzer Überblick über die Orte, die ich besucht habe:

Ich bin wie gesagt in Venedig gestartet, was, obwohl es eine sehr schöne Stadt ist, aufgrund meiner hohen Erwartungen leider nicht zu meinen Highlights gehörte. Schuld daran ist aber nicht die Stadt selbst, sondern eine Kombination aus dem von mir schlecht gewählten Hotel, Heimweh nach Brighton, schlechtem Wetter und fehlenden Cafés, in denen ich einfach sitzen und für mich arbeiten konnte.

Von Venedig ging es daher recht schnell nach Florenz weiter, wo ich dann in meinen persönlichen Reise-Flow und meine Energie gekommen bin. Die Stadt hat mir die nötige Ruhe gegeben, die mir in Venedig noch gefehlt hatte, so dass ich hier spontan meinen Aufenthalt verlängert habe und insgesamt zehn Tage geblieben bin. Ein paar Tage habe ich aber auch für Ausflüge, zum Beispiel nach Siena, Pisa und Cinque Terre, genutzt.

Im Anschluss ging es für ein langes Wochenende weiter nach Lucca, eine Stadt, die ich nur aufgrund der zahlreichen Empfehlungen von Freunden und Kollegen auf dem Schirm hatte und die ich nun auch jedem von ganzem Herzen empfehlen kann! ?

Danach ging es für zehn Tage nach Rom – hier waren meine Erwartungen wieder extrem hoch, aber dieses Mal wurden sie sogar übertroffen! Das Gefühl vor dem 2.000 Jahre alten Colosseum zu stehen und Geschichten aus meinem Latein-Unterricht hochkommen zu spüren, war unbeschreiblich!

Nach Rom ging es weiter an die Amalfi-Küste, die mein absolutes Highlight war! Ich war von Sekunde eins verliebt und habe noch am ersten Abend meinen Aufenthalt um zwei Nächte verlängert, und auch recht schnell beschlossen, dass ich hier noch mal separat für einen längeren (mehr-wöchigen) Aufenthalt herkommen möchte um einfach das Leben an diesem wunderschönen Ort zu genießen.

Die letzten drei Tage habe ich dann in Neapel verbracht – eine Stadt, über die ich vorher gleichermaßen viel Schlechtes (von Touristen) und Gutes (von Einheimischen) gehört hatte und daher mit gemischten Gefühlen angereist bin. Dass ich plötzlich mitten in der Altstadt von Neapel ein Gefühl von Vertrautheit und Zuhause in mir hatte und der Vibe der Stadt mich extrem an Brighton erinnerte, war eine wunderschöne Überraschung und ein perfekter Abschluss für meine Reise. <3

Wenn du dich jetzt wunderst, warum ich in fünf Wochen nicht noch mehr Orte gesehen habe, bist du nicht allein. Ich musste mich überraschend oft dafür „rechtfertigen“, warum ich „so lange“ an einem Ort blieb beziehungsweise nicht mehr Sightseeing in meinen Tag packte. Die Antwort hatte ich oben ja bereits geschrieben: Ich wollte nicht nur ununterbrochen unterwegs sein und von Eindrücken überrollt werden, sondern eben auch Zeit zum Entspannen und kreativ sein haben. Deshalb habe ich sehr viele Tage einfach in Cafés verbracht, gelesen und an meinen Projekten gearbeitet. Das schönste Gefühl für mich!

 

Was habe ich durch die Zeit in Italien gelernt?

Die Antwort auf diese Frage lautet: So viel!!

Ich habe fast täglich gejournalt, also meine Gedanken, Ideen und Erkenntnisse in einem Notizbuch aufgeschrieben und dabei wirklich viel gelernt – über Italien genauso wie über mich. Ich habe viele neue Ideen gesammelt und eine neue Vorstellung davon entwickelt, wie mein Leben in den nächsten Jahren aussehen soll. Alle meine Erkenntnisse hier aufzuschreiben, würde definitiv den Rahmen sprengen, aber meine wichtigsten Learnings möchte ich dir nicht vorenthalten:

  1. Alleine reisen ist für mich gerade die schönste Art zu reisen. Ich bin maximal flexibel und kann meine Reise 100% nach meinen eigenen Bedürfnissen ausrichten. Ich kann sehr gut mit mir allein sein – gleichzeitig hatte ich aber auch kein Problem, neue Menschen kennen zu lernen.
  1. Erwartungen loszulassen und Situationen so anzunehmen wie sie gerade in dem Moment sind, ist zwar keine leichte Aufgabe, führt aber definitiv zu mehr Leichtigkeit und Entspanntheit im Leben. Das durfte ich während der Italien-Reise gleich mehrfach üben. ?
  1. Gutes, qualitativ hochwertiges Eis schmilzt und kann daher nicht „aufgetürmt“ in den Schaufenstern präsentiert werden ist eine der coolsten „nicht-persönlichen“ Learnings meiner Reise! Eissorten, die aufgetürmt werden und nicht wegschmelzen, sind (mal wieder) voller künstlicher Zusatzstoffe, also kein wirklich frisches Eis!
  1. Mein Ego braucht das Gefühl von Vertrautem und Sicherheit, sonst beginnt es sehr schnell mir Angst zu machen! Ich mag das Gefühl von Abenteuer und Freiheit aber noch viel mehr – und möchte definitiv noch viel mehr davon in meinem Leben!
  1. Wenn ich mich ins Abenteuer stürze und meine Bedenken und Ängste loslasse, wird meine Intuition automatisch stärker und führt mich mit Leichtigkeit in die richtige Richtung. Und wenn ich aus meiner Intuition heraus handele, ist mein Ego wiederum viel entspannter und ich habe viel mehr Vertrauen in die Richtigkeit meiner Entscheidungen.

6. Meiner größten Erkenntnis möchte ich abschließend einen eigenen Absatz widmen…

 

Wie war es für mich allein als Frau zu reisen?

Meine größte Erkenntnis kam mir an einem Abend in Rom, als ich nach einer Nacht-Stadtführung allein im Dunkeln zurück zu meinem Apartment ging:

Ich fühle mich 100% sicher – in mir und in der Welt!   

Während des fast einstündigen nächtlichen Spaziergangs in Rom ist mir aufgefallen, dass ich mich noch nie so sicher auf der Erde gefühlt habe – und dass diese Sicherheit vor allem aus meinem Inneren herauskommt!

Ich bin auch schon in Hannover und Brighton nachts ohne größere Ängste nach Hause gegangen. Die vergangenen Wochen und meine Erfahrungen in Italien haben diese innere Sicherheit aber noch mal deutlich gestärkt beziehungsweise mir auch noch mal sehr viel deutlicher bewusst gemacht. Ich habe ein so starkes Vertrauen in mich, meine Fähigkeiten und das Universum, dass ich weiß, dass es nichts gibt, das mir passieren kann, was mich komplett „kaputt machen“ könnte.

Damit will ich gar nicht sagen, dass es in der Welt keinerlei reale Gefahren gibt (natürlich gibt es die). Und ich glaube auch nicht, dass mir kein psychischer oder physischer Schmerz zugefügt werden kann oder ich niemals Schicksalsschläge erleiden werden muss – die erleben wir alle im Laufe unserer Leben früher oder später. Aber ich bin sicher, dass alles, was in meinem Leben geschieht, aus einem bestimmten Grund geschieht, der mich letztlich wachsen lässt.

Ich kann nachts ohne größere Ängste als Frau durch dunkle Straßen in Rom spazieren und darauf vertrauen, dass meine Intuition mich in die richtigen Straßen abbiegen lässt und ich sicher nach Hause komme. Dass meine Sicherheit von Innen kommt und nichts damit zu tun hat, was jemand im Außen tun könnte.

Dieses Gefühl blieb auch in Neapel – der Stadt, vor der mich einige Menschen gewarnt haben, weil sie so viel gefährlicher sei als andere (das ist übrigens noch ein weiteres Learning für mich aus Italien: Lass dich nicht von den Ängsten anderer Menschen beeinflussen und traue vor allem deiner eigenen Intuition (das gilt nicht nur für Stadtbesichtigungen!) – es kommt immer auf die Perspektive an: wenn du in Hannover in bestimmte Stadtteile gehst, denkst du am Ende auch, Hannover sei gefährlich… ?). Und dieses Gefühl ist auch hier in Hannover noch in mir. Meine innere Sicherheit füllt mich mit Vertrauen und unglaublich viel Energie!!

Ein letzter Punkt dazu noch um gegebenenfalls aufkommende Missverständnisse zu vermeiden: Ich will damit nicht sagen, dass ich jetzt furchtlos bin! Natürlich gibt es mein Ego noch und manchmal gerate ich in Panik, wenn mich jemand fragt, ob ich im Meer schwimmen oder mit einer neuen Idee auf meinem Instagram-Kanal nach Draußen gehen will. Es gibt Tage voller Zweifel, Unsicherheit und schlechter Laune. Aber irgendwo in mir gibt es diese Stimme, die mit absoluter Gewissheit sagt: „Ist schon ok. Ich bin sicher.“

Das ist der größte Gewinn, den ich aus meiner Italien-Reise mit zurückgebracht habe und der mich unglaublich stolz auf mich selbst sein lässt! 🙂

Kannst du das Gefühl, das ich hier beschrieben habe, nachvollziehen? Wie sicher fühlst du dich in deinem Leben? Und was sind eigentlich deine Gedanken zum alleine verreisen als Frau? Ich freue mich, wenn du ein paar deiner Gedanken nach dem Lesen dieses Artikels mit mir teilst – entweder in dem du mir einen Kommentar unter dem Blogartikel hinterlässt oder mir eine private Nachricht schickst. Ich freue mich sehr auf deinen Input!

Alles Liebe

Deine Svenja 

Photo Credit: Marco Gasparro 

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