Mein Umgang mit negativen Nachrichten

Hast du mal darüber nachgedacht, was du den ganzen Tag so konsumierst? Nein, zur Abwechslung geht es mal nicht um Ernährung. Sondern eher um die Nachrichten, denen wir alle jeden Tag ausgesetzt sind. Wenn wir genau hinschauen, sind die meisten Nachrichten, denen wir im Internet und Fernsehen begegnen, negativer Natur. Positive Nachrichten machen eher selten Schlagzeilen, weil sie sich einfach nicht so gut verkaufen. Was aber machen all diese Nachrichten, die täglich auf uns einprasseln, mit unserer Stimmung und unserem Wohlbefinden? Damit und meinem persönlichen Umgang mit Nachrichten beschäftige ich mich in diesem Artikel.

Heute komme ich aus meinem zwei-wöchigen Urlaub in den USA wieder – einem Land, dessen Präsident in den vergangenen Jahren nicht unbedingt dafür gesorgt hat, dass es mit positiven News Schlagzeilen macht. Ganz im Gegenteil, wöchentlich scheinen neue News veröffentlicht zu werden, was Präsident Trump gesagt oder gemacht hat, das die gesamte Weltbevölkerung verwirrt, besorgt oder verärgert.

Die USA sind dabei natürlich nicht das einzige Land, das mit schlechten Nachrichten auftischt. Eigentlich braucht man nur irgendeine Art von Nachrichtenquelle zu öffnen – sei es die Tagesschau, das Radio, ein Nachrichtendienst im Internet oder natürlich die Startseite des eigenen E-Mail-Anbieters – überall springen einem die schlechten Nachrichten aus der Welt geradezu ins Gesicht. Kriege, Terroranschläge, Brände, Klimawandel, Hungersnöte, Trump, Tod…

In der Vergangenheit hatte ich häufig das Gefühl, dass ich mehr und mehr in einer Welt voller Negativität und Hoffnungslosigkeit lebe. Vielleicht kennst du dieses Gefühl?

 

Ein kleiner Exkurs: Meine „Bewusster Leben“ Challenge für ein besseres Allgemeinwissen

Mein Allgemeinwissen in Bezug auf Geschichte und Politik ist eher begrenzt, wenn ich ehrlich bin. Es gibt definitiv Themenblöcke, die ich zu Schulzeiten spannend fand (das römische Reich, die Antike, Hexenverbrennungen im Mittelalter… 😉 ), die meisten Jahre waren diese beiden Fächer aber eher eine Qual für mich. Auch seit dem Ende meiner Schulzeit konnte ich kein größeres Interesse dafür aufbringen und ich beschäftige mich normalerweise ausschließlich im Rahmen von bevorstehenden Wahlen mit der politischen Situation in unserem eigenen Land, weil mir das grundsätzlich schon sehr wichtig ist.

Meine beste Freundin ist das genaue Gegenteil von mir (in vielerlei Hinsicht, aber besonders hier 😉 ) – sie ist immer top informiert und weiß genau, wie die politische Situation eines Landes ist (und meist auch was die geschichtlichen Hintergründe dazu sind). Wir hatten schon die ein oder andere Unterhaltung über die politische Situation eines Land, in der sie davon ausging, dass ich das gleiche Hintergrundwissen hätte wie sie, ich aber eigentlich keinen Plan von nichts hatte…  

Im Rahmen meiner „Bewusster Leben“ Challenges hatte ich daher 2017 beschlossen, mein Allgemeinwissen ein bisschen zu stärken und täglich fünfzehn bis zwanzig Minuten über Themen der aktuellen Weltpolitik zu recherchieren. Die ersten Tage war ich noch motiviert und habe mich vor allem mit Dingen rund um die Europäische Union beschäftigt. Relativ schnell habe ich aber das Interesse daran wieder verloren und bin dazu übergangen abends die Tagesschau zu gucken – ich empfand dies als einen guten Weg mitzubekommen, was in der Welt so los ist.

Und was ist in der Welt so los, wenn man die Tagesschau verfolgt? Mit der Antwort landen wir wieder am Anfang meines Artikels: Kriege, Terroranschläge, Brände, Klimawandel, Hungersnöte, Trump, Tod…

 

Zwei Learnings aus meiner Challenge

Die erste Erkenntnis ist relativ einfach: Ich interessiere mich einfach nicht für das politische Geschehen in der Welt. Ich bin eine Scanner-Persönlichkeit und interessiere mich für sehr viele verschiedene Themen, Politik gehört allerdings nicht dazu. Ich habe mittlerweise verstanden, dass das okay so ist. Ich kann akzeptieren, dass andere Menschen sich nicht für Aromatherapie oder Persönlichkeitsentwicklung interessieren – aber ich muss auch nicht für alles Interesse haben, was andere spannend finden. 

Zweitens: Es ist ziemlich deprimierend, wenn man jeden Tag mit den „News“ aus aller Welt konfrontiert wird. Die Beschäftigung mit all diesen Negativ-Schlagzeilen ist erdrückend, beunruhigend und teilweise einfach niederschmetternd! Anstatt mich klüger oder besser informiert zu fühlen, habe ich mich am Ende der meisten Nachrichtensendungen schlechter gefühlt und häufig gefragt, in was für einer Welt wir eigentlich leben, dass so viel schlechte Dinge passieren beziehungsweise wir diese geschehen lassen.

Für mich war nach meiner Challenge daher ziemlich schnell klar, dass ich mich eher von dem Konsum täglicher Nachrichten zurückziehen würde. Ich möchte meinen Fokus einfach auf das Positive in meinem Leben und der Welt lenken und leider machen die guten Nachrichten in der Welt eher selten Schlagzeile (außer wenn Prince Harry und Meghan Markle ein Baby bekommen – das toppt in Deutschland(!) dann auch schon mal Skandal-Schlagzeilen über deutsche Politiker 😉 ).

 

Was bringt mir ein Leben ohne negative Nachrichten?

Ich lebe jetzt seit fast zwei Jahren relativ Nachrichten-frei. Um ehrlich zu sein war es für mich nicht sonderlich schwer mich von dem negativen Weltgeschehen abzugrenzen. Da ich mich vorher auch nicht übertrieben doll damit beschäftigt hatte, war die Veränderung nicht allzu groß, ich habe einfach auch den Versuch aufgegeben, mich darüber zu informieren, was in der Welt so passiert. Ich lese keine Tageszeitungen oder schaue die Tagesschau, ich nutze keine News-Apps und vermeide es auch weitestgehend die Schlagzeilen auf der Startseite meines E-Mail-Anbieters zu lesen.

Dabei habe ich relativ schnell zwei weitere Dinge gelernt: Zum einen bekommt man wirklich große dramatische Ereignisse in der Welt immer mit, egal wie sehr man sich von Nachrichten abschotten möchte. Entweder posten Menschen auf den Social Media Kanälen etwas dazu oder Kollegen im Büro unterhalten sich darüber. Man muss also keine Angst haben, die wirklich großen Ereignisse zu verpassen.

Und zum anderen ist mir in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass es ebenfalls nicht wirklich schlimm ist, wenn man noch nicht jedes Detail über diese neue Katastrophe kennt – genug Menschen sind gut genug informiert und teilen ihr Wissen mit dir, wenn du sie fragst, was passiert ist. Häufig teilen sie es ja sogar, obwohl du es eigentlich nicht wissen möchtest – hier werde ich mittlerweile aber auch immer sicherer darin, dankend und liebevoll zu erklären, dass ich eigentlich gar kein Interesse an all den negativen Informationen habe, weil ich mich damit nicht zu sehr belasten möchte. Einige Menschen mögen dafür kein Verständnis haben, aber auch da versuche ich drüber zu stehen – letztlich geht es ja nicht darum, ob sie glücklich mit meinem Neuigkeiten-Konsum sind, sondern darum, dass es mir besser geht, wenn ich nicht alles weiß.

Für mich ist der deutlichste Effekt beim Verzicht auf den Konsum von negativen Nachrichten der, dass ich mich nicht mehr so schlecht und deprimiert fühle. Es fällt mir leichter mich auf das positive in der Welt zu konzentrieren, wenn ich nicht täglich damit konfrontiert werde, was alles Schlechtes passiert. Dabei geht es mir nicht darum, naiv oder blind durch die Welt zu laufen, sondern lediglich mit einem positiven Lebensgefühl. Auch kann ich meine Energie so dafür nutzen Positivität in die Welt zubringen anstatt mich schlecht zu fühlen, weil es so viel Negativität gibt.

 

Tipps für die praktische Umsetzung

Wenn du jetzt das Gefühl hast, dass dir die Abgrenzung von all den schlechten Nachrichten, die täglich um uns rumschwirren, auch gut tun würde oder du zumindest mal ausprobieren möchtest wie es ist für einen bestimmten Zeitraum auf den Konsum von Negativ-Schlagzeilen zu verzichten, dann habe ich hier noch ein paar Tipps wie du dir den Ausstieg etwas erleichtern kannst:

1. Relativ einfach: Schaue keine Nachrichtensendungen wie die Tagesschau mehr.

2. Lösche Nachrichten-Apps von deinem Telefon oder deaktiviere zumindest die Push-Benachrichtigungen der App, so dass du nicht mehr konstant über Ereignisse in der Welt informiert wirst.

3. Wechsle von Radio zu einem Musik-Streaming-Dienst (zum Beispiel Spotify oder Amazon Music [Werbung, unbezahlt]).

4. Falls du aktuell (d)einen E-Mail-Anbieter als Startseite deines Internet Browsers festgelegt hast, wechsele zu einer neutraleren Startseite (bei mir ist es mittlerweile Google). Damit verhinderst du, dass du direkt auf irgendwelche Schlagzeilen stößt, wenn du eigentlich etwas ganz anderes im Internet machen wolltest.

5. Die meisten E-Mail-Anbieter haben mittlerweile auch eine eigene App, mit der du verhindern kannst, dass du überhaupt über einen Browser und ihre Startseite in deine E-Mail-Inbox kommst.

6. Wenn Menschen mit dir über politische Geschehnisse diskutieren möchten, die dich potentiell eher runterziehen könnten, bitte sie höflich um einen Themenwechsel. Die meisten haben dafür durchaus Verständnis.

Wie geht es dir mit diesem Thema? Schaust oder liest du noch regelmäßig Nachrichten? Und wenn ja, hast du schon mal beobachtet, was das mit deiner Stimmung macht? Machst du gegebenenfalls ähnliche Erfahrungen wie ich oder hast du einen Weg gefunden wie du dich von der Flut an negativen Informationen abgrenzen kannst? Ich freue mich, wenn du deine Antworten mit mir in den Kommentaren unter diesem Artikel oder unter meinem Post auf Facebook oder Instagram teilst.

Alles Liebe

Deine Svenja

Foto Credit: Amanda Jones on Unsplash_1277189

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