Zwölf Monate Coaching – mein Erfahrungsbericht

In diesem Artikel heute teile ich mit dir, wieso ich Coachings und/oder Therapie wichtig finde, wie ich den für mich passenden Coach gefunden habe und was ich aus meinen Coachings bisher gelernt habe und für mein Leben transformieren konnte.

Die Idee zu diesem Artikel entstand schon vor einer Weile, nach einem Gespräch mit einer amerikanischen Kollegin, die mich, als wir über persönliche Weiterentwicklung sprachen, fragte, ob ich eigentlich einen Therapeuten hätte. Die Frage hatte mich überrascht – zum einen weil mir diese Frage noch nie gestellt wurde, vor allem aber auch, weil es in meinem privaten Umfeld eher (noch) nicht die Norm ist, überhaupt einen Therapeuten zu haben. Und sie hat mich zum Nachdenken gebracht – weil wir darüber in unserer Gesellschaft irgendwie noch viel zu wenig sprechen!

Die Antwort auf die Frage möchte ich hier direkt mit dir teilen: Ich habe keinen Therapeuten, aber seit mittlerweile ziemlich genau einem Jahr arbeite ich mit einem Coach und ich glaube, es war eine der besten Entscheidungen, die ich bisher in meinem Leben getroffen habe!

Anfangs habe ich nur wenig Leuten davon erzählt, dass ich mir einen Coach gesucht habe. Mittlerweile rede ich da sehr offen drüber – vor allem, weil die Erfahrungen aus dem Coaching so positiv sind und mein Leben sehr stark verändert und geprägt haben. Daher möchte ich dir in diesem Artikel heute auch einen tieferen Einblick in meine persönlichen Erfahrungen geben und damit Raum kreieren, dass auch andere sich diesem Thema gegenüber weiter öffnen können.

 

Der Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie

Coaching ist ja ein sehr weiter, (noch) ungeschützter Begriff, hinter dem sich verschiedene Aufgaben verstecken können. Ursprünglich kommt das Coaching aus dem Bereich der beruflichen Weiterentwicklung, mittlerweile gibt es Coaches aber für jeden Lebensbereich.

Die Abgrenzung zur Psychotherapie ist allerdings sehr klar. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber zumindest eine kurze Abgrenzung präsentieren, die dir hoffentlich eine Hilfe ist.

Ein Coaching ist für all die Menschen geeignet, die „psychisch gesund“ sind, das heißt deren Fähigkeit zum Selbstmanagement im Alltag gegeben ist. Wenn diese Fähigkeit nicht vorhanden ist, liegt gegebenenfalls eine psychische Erkrankung vor, die im Rahmen einer Therapie (psychologischen Psychotherapie) durch einen Psychotherapeuten behandelt werden sollte. Psychotherapeuten haben in der Regel Psychologie studiert und im Anschluss eine mehrjährige Zusatzausbildung in einem anerkannten Therapieverfahren abgeschlossen.

Eine Therapie hat das Ziel die eigene Funktionsfähigkeit wiederherzustellen, in dem unter anderem tiefgehende private und persönliche (psychische) Schwierigkeiten aufgearbeitet werden, die den heutigen Alltag beeinträchtigen.

Coachings sind in der Regel zukunftsorientiert. Es geht den Klienten darum, ihr persönliches oder professionelles Wachstum voranzutreiben, sich zu verändern und (weiter) zu entwickeln, und Strategien und nötige Handlungsschritte zu entwickeln, mit denen sie ihre Ziele erreichen können.

Die Kosten für eine klassische Psychotherapie werden in der Regel von Krankenkassen übernommen, während Coachings meist von den Klienten selbst getragen werden müssen.

Mein Weg ins Coaching

2017 habe ich erkannt, dass es in meinem Leben noch ein paar Themen gab, die ich mit professioneller Hilfe angehen wollte, weil sie mich und mein Leben zu dem Zeitpunkt noch negativ einschränkten. Relativ schnell kam ich zu der Erkenntnis, dass ich diese Themen gerne im Rahmen eines Coachings bearbeiten würde. Ich war bereit dafür das Geld in die Hand zu nehmen und mich von belastenden Aspekten meiner Vergangenheit zu befreien und Tools zu lernen, die mich wachsen lassen und zukünftig vorantreiben.

Trotzdem hat es noch über ein ganzes Jahr gedauert bis ich meine erste Session mit meinem Coach hatte. Das lag vor allem daran, dass ich zunächst gar nicht wusste, wen ich suche und wo ich diese Person überhaupt finden sollte. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch in England gelebt, ich wollte das Coaching aber definitiv in Deutsch, also meiner Muttersprache, durchführen. Gleichzeitig war ich nicht sicher, ob ich meine persönlichen Themen einfach übers Telefon besprechen wollte und bearbeiten konnte, mit einer fremden Person, die ich gar nicht kannte. Das alles hat mich zögern lassen.

Wie es nun häufig der Fall ist, hat alles seinen Sinn und Dinge fügen sich irgendwie immer zur richtigen Zeit und auf Wegen, die man vorher nicht erwartet hätte. Im November 2018 war ich auf dem Creative Women Retreat, das von Katharina* durchgeführt wurde. Nachdem ich die Chance hatte sie vier Tage persönlich kennenzulernen und zu sehen wie sie arbeitet, wusste ich am Ende des Retreats, dass ich meinen Coach gefunden hatte! Ich fragte sie, ob sie mich bei einigen persönlichen Themen unterstützen wollte, und seit Januar 2019 arbeite ich nun in regelmäßigen Telefonaten mit ihr zu verschiedenen persönlichen und beruflichen Angelegenheiten zusammen.

 

Meine wichtigsten Erfahrungen aus dem Coaching

Im Rahmen meiner Jahresabschluss-Reflektion, die ich für mich persönlich jedes Jahr im Dezember durchführe, habe ich mich auch schon mit meinen Erfahrungen aus dem Coaching und den daraus entstandenen wichtigsten Erkenntnissen beschäftigt. Ein paar davon möchte ich gerne hier mit dir teilen – einfach um dir ein Gefühl dafür zu geben, was ein Coaching alles bewirken kann.

Wenn ich auf die letzten zwölf Monate Coaching zurückschaue, darf ich feststellen, dass ich mit Katharina* bereits an sehr vielen, sehr unterschiedlichen Themen gearbeitet habe. Angefangen haben wir mit einem Thema aus meiner Vergangenheit, das ich unbedingt aufarbeiten wollte und wegen dessen ich sie ursprünglich überhaupt angesprochen hatte. Nachdem wir dieses für mich überraschend schnell bearbeitet hatten, haben wir uns unter anderem auch mit dem Verhältnis zu meiner Familie, meinem Geld-Mindset, meinem Job, meiner Rückkehr aus England und meinem Wunsch nach mehr „Freiheit“ in meinem Leben beschäftigt! Dabei hat Katharina mir viele verschiedene Tools mitgegeben, die ich zur Bearbeitung meiner Themen nutzen konnte und auch weiterhin nutze.

Die größte Transformation ist für mich tatsächlich im Rahmen der Aufarbeitung meiner Vergangenheit geschehen. Ich bin sehr stolz auf die Fortschritte, die ich hier dank Katharina gemacht habe. Ich habe keine Angst mehr vor meiner Vergangenheit und was dort passiert ist. Mittlerweile kann ich sogar mit anderen darüber sprechen (was ich vor dem Coaching nie gemacht hatte) und das fühlt sich für mich sehr befreiend an.

In diesem Zusammenhang war eine der für mich wichtigsten Erkenntnisse die Veränderung meines Verständnisses von Vergebung. Es geht bei Vergebung weder darum, das Geschehene

ungeschehen zu machen noch es für die Person zu tun, die uns etwas „angetan“ hat. Es geht vielmehr darum das Geschehene zu akzeptieren und den Wunsch nach einer anderen Vergangenheit loszulassen. Es geht darum, das Geschehene zu vergeben, damit ich damit abschließen und Frieden schließen kann.

Des Weiteren hat sich durch das Coaching das Bild von und Verhältnis zu meinem Ego (meinem inneren Kritiker) stark verändert. Ich habe mittlerweile verstanden, dass das Ego der Teil von mir ist, der mich in meiner Komfortzone halten möchte, um mich zu beschützen. Ich habe eine sehr gute Verbindung zu meinem Ego entwickelt – soll heißen: ich kann meist sehr schnell erkennen, wenn mein Ego mal wieder versucht in meine Pläne reinzureden, und ich weiß besser, wie ich damit umgehe und was ich tun kann, um mich und mein Ego zu beruhigen.

Mittlerweile habe ich auch verstanden, dass die Dinge, die in meinem Leben passieren, richtig sind und mir Möglichkeiten zum Wachsen bieten – auch, wenn es sich nicht immer positiv anfühlt! An diesen Herausforderungen lerne ich immer wieder mein Vertrauen in das Universum zu stärken, Situationen anzunehmen, zu akzeptieren und wieder loszulassen (vor allem wenn diese mit meinen vorher entwickelten Erwartungen nicht zusammenpassen).

Ich möchte damit keinesfalls sagen, dass ich all diese Dinge perfekt beherrsche! Ich werde nach wie vor immer wieder von meinem Ego überrannt, das aus Angst vor Veränderungen Horrorszenarien in meinen Kopf pflanzt. Ich kämpfe immer noch regelmäßig damit, dass persönliche Erwartungen nicht erfüllt werden und ich tue mich schwer diese sofort loszulassen. Aber ich verstehe mich und meine Reaktionen mittlerweile besser und ich habe Tools kennengelernt, mit denen ich mir selbst helfen kann, um mich aus negativ bewerteten Momenten wieder zu befreien. Ich sehe Herausforderungen mittlerweile positiver, auch wenn sie nach wie vor nicht immer einfach zu handhaben sind!

Das Coaching hat mir insgesamt geholfen positiver auf mein Leben zu blicken und ich weiß, dass ich mit den Tools, die ich hier lerne, die Kraft habe, alles zu bewältigen, was mich in meinem Leben erwartet.

Meine Tipps für dich

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Tipps mit dir teilen, falls du ebenfalls auf der Suche nach einem Coach (oder Therapeuten) bist. Aus meinen bisherigen Erfahrungen kann ich sagen, dass es ein paar Dinge gibt, die für mich besonders wichtig waren und den Erfolg des Coachings definitiv positiv beeinflusst haben:

1) Finde einen Coach, mit dem du dich wohlfühlst und der dir ein Gefühl von Sicherheit gibt (auch wenn eure Sessions am Telefon stattfinden), so dass du ihm vollständig vertrauen und dich vollends öffnen kannst. Außerdem sollte dein Coach auch deine persönliche Sprache sprechen. Katharina* hat den für mich passenden Mix aus Spiritualität und Bodenständigkeit, durch den ich mich vollständig auf die Tools einlassen kann, die sie in ihren Sessions mit mir teilt.

2) Hab Vertrauen, dass der für dich passende Coach im richtigen Moment und auf dem richtigen Weg zu dir finden wird.

3) Gib dir selbst Zeit und die Erlaubnis, deine eigenen Erfahrungen während des Coachings zu machen. Besonders zu Beginn dauert es vielleicht etwas länger bis du all die Themen, die du besprechen wolltest, wirklich bearbeiten und lösen kannst. Setz dich nicht zusätzlich unter Druck, in dem du dir einredest, du müsstest alles innerhalb von ein oder zwei Coaching-Sessions „geklärt“ haben. Dies gilt auch für potentielle Kosten und führt mich direkt zum nächsten Tipp:

4) Sei es dir wert! Gute Coaches kosten Geld! Anfangs mag dir ein Coaching teuer erscheinen. Frag dich aber, wie viel es dir wirklich wert ist, deine Probleme zu lösen oder – positiver formuliert – deine Ziele zu erreichen! Das ist doch eigentlich unbezahlbar!

5) Und zu guter Letzt: Das, was du bereit bist zu investieren, bekommst du auch zurück (und damit meine ich jetzt nicht ausschließlich den finanziellen Aspekt)! Wenn du in deine persönliche Weiterentwicklung investierst, solltest du bereit sein, auch Energie außerhalb des Coachings hineinzugeben, indem du zum Beispiel die Tools nutzt, die du von deinem Coach bekommst. Nur so kannst du wirklich den vollen Nutzen aus dem Coaching ziehen. Sei bereit die Veränderungen anzugehen! Auch, wenn es sich manchmal schwer anfühlt: Es lohnt sich!

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel ein paar Anregungen schenken konnte. Teile doch mit uns in den Kommentaren, ob du selbst auch schon Erfahrungen mit Coaching oder Therapie gemacht hast und wenn ja, gerne auch, was du daraus für dich und dein Leben mitnehmen konntest. Ich freue mich auf den Austausch mit dir!

Alles Liebe

deine Svenja

*Unbezahlte Werbung: Ich mache aus voller Überzeugung und Herzen für Katharina Werbung, weil ich ihre Arbeit wunderbar finde und sie mir persönlich schon so sehr weitergeholfen hat im Leben. Ich bin eine zahlende Klientin von ihr und die Werbung, die ich für sie mache, ist somit unbezahlt. Wenn du mehr über Katharina und ihre Arbeit erfahren möchtest, schau gerne auf ihrer Webseite vorbei: https://katharinathuerer.de

Photos: (1) Plush Design Studio (Unsplash, y7GlIdTUOvo), (2) Brooke Lark (Unsplash, nMffL1zjbw4)

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