Big Magic

Ein kreatives Leben leben (trotz Angst)

Eines der inspirierendsten Bücher, das ich in den vergangenen Jahren gelesen habe und das mich definitiv auf den Weg gebracht hat mehr über ein kreatives Leben nachzudenken, ist „Big Magic – Creative Living Beyond Fear“ von Elizabeth Gilbert. Sie schreibt nicht nur mit sehr viel Leichtigkeit und Humor, sondern hat auch einen unverkennbaren warmherzigen Schreibstil. Ihre Worte sind leicht zu erfassen und gehen doch ganz tief ins Herz. Nach dem ich das Buch vor kurzem zum zweiten Mal gelesen habe, möchte ich in diesem Artikel ein paar Erkenntnisse daraus mit dir teilen. 

Als kleine Warnung vorab: Ich habe das Buch in Englisch gelesen, daher werden die Zitate, die ich hier teile, auch größtenteils auf Englisch sein, damit ich mit der Übersetzung den Sinn nicht aus Versehen ändere. 😉

Die Autorin, die vermutlich vor allem durch ihr Buch Eat, Pray, Love (*Affiliate-Link) bekannt ist (das ich ebenfalls verschlungen habe und auch in der Verfilmung mit Julia Roberts großartig finde!), ist eine große Inspiration für mich. Ich liebe nicht nur ihre Bücher, sondern folge ihr auch auf Instagram und Facebook. Ich finde ihre Offenheit und die Liebe für das Leben, auch in Krisenzeiten, unglaublich inspirierend. Ja, ich gebe es zu, ich bin ein Fan. 🙂 Unabhängig davon kann ich dir aus vollem Herzen ihr Buch „Big Magic – Creative Living Beyond Fear“ empfehlen (*Affiliate-Link), in dem sie sich damit auseinandersetzt, was alles zu einem kreativen Leben dazu gehört und warum es unser aller Pflicht ist unsere Kreativität auszuleben!

“Creativity is the relationship between a human being and the mysteries of inspiration.”
(Elizabeth Gilbert)

Was ist ein kreatives Leben?

Ich habe mich mit dieser Frage ja bereits in diesem Artikel beschäftigt. Gilbert beschreibt ein kreatives Leben als die Suche nach den „Juwelen“, die in unserem Inneren versteckt sind. Sie geht davon aus, dass wir alle kreative Wesen sind („Wenn du atmest, bist du ein kreatives Wesen!“) und etwas in uns tragen, dass hinaus in die Welt gebracht werden möchte. Das kann natürlich unser künstlerisches Talent sein, aber zum Beispiel auch unsere Leidenschaft fürs Tanzen oder unser Engagement für ein soziales Thema.

Dass Kreativität für uns Menschen schon immer wichtig war, zeigt sich daran, dass die ersten Nachweise für menschliche Kunst etwa vierzigtausend Jahre alt sind, während die ersten Nachweise einer funktionierenden Agrarwirtschaft gerade mal zehntausend Jahre alt sind. Kreativität liegt also in unseren Genen, egal woher wir kommen.

Das Resultat eines kreativen Lebens bezeichnet Gilbert als „Big Magic“ – wenn wir die versteckten Schmuckstücke aus uns herausholen, können wir ein größeres, glücklicheres und sehr viel interessanteres Leben führen als wenn wir uns und unsere Gaben verstecken. Der Wert eines kreativen Lebens liegt darin, dass unsere Leben an sich kurz sind und wir sicherstellen sollten, dass unsere Leben interessant sind, wir wunderbare Dinge erleben und auch erschaffen!

 

Zutaten eines kreativen Lebens

Um dieses kreative Leben wirklich führen zu können, stellt Gilbert in ihrem Buch fünf Elemente vor, derer wir uns bewusst werden dürfen – mit Hilfe von Perspektivswechseln zeigt sie wie wir unsere Verhalten, Denkmuster und Gewohnheiten ändern beziehungsweise anpassen können, um unser volles Potential zu erreichen und das kreative Leben zu führen, das wir wirklich bestimmt sind zu führen.

Die Hauptfaktoren dafür stelle ich dir im Folgenden vor.

1. Mut deinen kreativen Weg zu gehen

Immer wieder geht Gilbert darauf ein, dass wir auf dem Weg in ein kreatives Leben bereit sein müssen unsere Angst, die unweigerlich aufkommen wird, wenn wir neue Dinge ausprobieren, hinter uns zu lassen. Dass Angst auftreten wird, steht außer Frage, denn Angst wird durch Kreativität immer getriggert. Kreativität bedeutet Ungewissheit – was den Weg selbst, aber auch das Endprodukt angeht  – und die Angst mag keine Ungewissheit!

Warum gibt es die Angst überhaupt? Sie ist natürlich dafür da, um unser Überleben zu sichern und uns vor wirklich gefährlichen Situationen zu warnen beziehungsweise zu schützen. Da wir aber auf unserem kreativen Weg in der heutigen Welt höchst wahrscheinlich nicht in Lebensgefahr geraten werden, hält Angst uns nur unnötig auf unseren wirklichen Sinn im Leben zu finden und zu leben.

Daher plädiert Gilbert dafür, dass wir uns unserer Ängste bewusst werden, sie akzeptieren und uns dann trotzdem auf den Weg machen, begleitet von einer großen Portion Mut und Neugier! Sie nutzt die Metapher eines „Road Trips“ – wo auch immer du hinreisen willst, deine Angst wird neben dir im Auto sitzen. Daran wirst du wenig ändern können, wichtig ist aber, dass du sie nicht den Weg bestimmen lässt! Und am einfachsten geht das, indem du die Angst annimmst, akzeptierst und dich nicht gegen sie wehrst, aber trotzdem weiter den Weg gehst, den DU gehen willst.

2. Zauber der Kreativität

In diesem Abschnitt wird es etwas spiritueller – Gilbert spricht davon, dass sich Inspiration als spirituelles Wesen in unserer Welt bewegt und Ideen durch das Universum „fliegen“ auf der Suche nach Personen, die sie in die Welt bringen und umsetzen. Für den ein oder anderen mag das etwas verrückt klingen, mich persönlich haben ihre Erklärungen angesprochen. 😉 Ob du an den spirituellen Teil von Kreativität und Inspiration glaubst oder nicht, spielt aber eigentlich keine Rolle. Wenn du schon mal in einen kreativen Schöpfungsprozess gegangen bist, wirst du sicher das Gefühl kennen, dass du einen Tag nur so übersprudelst vor Inspiration und die Ideen kommen ganz von allein aus dir heraus gepurzelt. An anderen Tagen fühlst du dich wiederum komplett leer und uninspiriert. Um wirklich kreativ leben zu können, sollten wir in beiden Fällen an unseren kreativen Projekten weiterarbeiten um unsere persönliche „big magic“ kreieren zu können. Wenn wir immer nur da sitzen und darauf warten, dass uns eine Idee für „ den großen Durchbruch“ (was auch immer das für dich bedeutet) kommt, werden wir sie im Zweifel nie haben.

Manchmal kann es aber auch passieren, dass wir eine großartige Idee haben und beginnen an ihr zu arbeiten, wir dann aber durch äußere Umstände für eine Weile von ihr abgehalten werden. Wenn wir uns dann später wieder an das Projekt setzen, kann es passieren, dass die Energie der Idee oder unsere Leidenschaft für sie „verschwunden“ ist. In Gilbert’s Welt ist die Idee dann weitergezogen und hat sich auf die Suche nach einem anderen Menschen gemacht, der sie umsetzt (weil sie mit uns die Geduld verloren hat) – ich finde das eine sehr einleuchtende Erklärung. 🙂

3. Die Erlaubnis ein kreatives Leben führen zu dürfen

Ich liebe diesen Teil des Buches, denn hier erklärt Gilbert ganz ausführlich, dass wir niemandes Erlaubnis brauchen um uns das kreative Leben zu erschaffen, was wir uns wünschen! Es ist allein unsere eigene Entscheidung, was wir aus unserem Leben machen!  Und als kreatives Wesen hat jeder einzelne von uns ein Recht darauf seine eigene ganz persönliche Kreativität auszuleben. Es spielt keine Rolle, was andere denken und ob sie es für richtig oder normal halten, mit welchen Themen du dich beschäftigst und wie du dich kreativ ausdrücken möchtest.

„The golden rule is: If you are supporting yourself financially and you are not bothering anyone else, then you are free to do whatever you want with your life!

Dabei dürfen wir uns durchaus einfach davon leiten lassen, was uns Spaß macht. Bei einem kreativen Leben muss es nicht immer nur darum gehen, dass wir unseren Traumjob finden, der uns ausfüllt (obwohl das natürlich auch ein großer Teil sein darf). Es kann auch um die kleinen Entscheidungen gehen, die bestimmen wie wir unser Leben schmücken wollen. So gibt es in dem Buch zum Beispiel eine wundervolle Anekdote über ein Gespräch zwischen Gilbert und einer Freundin, die erklärt, dass sie ihren Körper mit all ihren verschiedenen Tattoos so schön wie möglich schmücken möchte, solange sie auf dieser Welt ist. Denn ihre Tattoos sind zwar dauerhaft, aber ihr Körper ist es eben nicht.

I want to decorate myself as playfully as I can while I still have time – I don’t want to be afraid of bright colours, or new sounds, or big love, or risky decisions, or strange experiences, or weird endeavours, or sudden changes, or even failure.”

Darauf aufbauend folgt, dass unsere kreative Arbeit auch nicht immer wichtig oder neu für die Außenwelt sein muss. Es geht  vielmehr darum, dass wir einen Weg finden uns selbst und unsere Leidenschaft fürs Leben auszudrücken. Wir haben ein Recht auf ein kreatives Leben. Dies bedeutet nicht, dass wir uns wie kleine Prinzessinnen oder Prinzen aufführen sollen, sondern lediglich dass wir ein Recht haben, unserem eigenen Weg zu folgen und daran auch Freude zu haben.

Gleichzeitig gibt uns das auch die Sicherheit, dass wir auch dann, wenn wir mal mit einem Projekt nicht erfolgreich sind, mit unserer Kreativität weitermachen dürfen. Die Welt endet nicht, wenn wir mit einer Idee nicht das ursprünglich angestrebte Ziel erreicht haben oder unsere Erwartungen nicht erfüllt wurden (ich vermeide absichtlich das Wort „scheitern“, weil ich finde, dass wir in unserer Welt viel zu be- und verurteilend sind, wenn es um Erfolge und Misserfolge unserer Mitmenschen geht!). Wir können eine neue Idee haben, in einen neuen Schöpfungsprozess starten und uns neu ausprobieren.

4. Durchhaltevermögen

Das führt auch direkt zu dem vierten Element eines kreativen Lebens: ein kreatives Leben ist keines, das man sich innerhalb eines halben Jahres aufbaut und dann ist es für immer da. Es ist eine tägliche Entscheidung und ein andauernder Entwicklungsprozess. Es gibt kein Ende. Demzufolge braucht man definitiv Durchhaltevermögen! 

Wenn du ein Projekt hast, für das du leidenschaftlich brennst, dann darfst und musst du ihm so lange folgen bis du es abgeschlossen hast oder das Thema vollständig beherrschst. Grundsätzlich gilt, dass du, solange du dran bleibst und lernst, auch Fortschritte machen wirst.

Falls du dir jetzt denkst, dass Elizabeth Gilbert als erfolgreiche Autorin gut reden hat, dass es einfach ist, seiner Kreativität zu folgen, wenn man genug Geld auf dem Konto hat, kommen hier noch ein paar Hintergrundinformationen zu ihr: Bis zu ihrem großen Durchbruch mit „Eat, Pray, Love“ hat sie schon viele Jahre Bücher veröffentlicht und kreativ gearbeitet, hatte aber gleichzeitig auch immer noch verschiedene Nebenjobs. Sie wollte sichergehen, dass sie ihre Kreativität nicht mit dem Druck belastet für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu müssen – Druck schwächt Kreativität in der Regel nämlich eher ab!

Ein kreatives Leben zu führen bedeutet nicht, dass wir naiv sein sollten. Nicht immer können wir unsere Kreativität in einem Traumjob nutzen, der uns genug Geld einbringt um davon sicher und gut leben zu können. Wir können unsere Kreativität aber auch leben, wenn wir unser Geld mit einem Job verdienen, der damit gar nichts zu tun hat.

Unabhängig von unseren finanziellen und sozialen Umständen sind die Zutaten für ein kreatives Leben laut Gilbert für jeden Menschen die gleichen: Mut, Inspiration, Erlaubnis, Durchhaltevermögen und Vertrauen! Jeder Mensch kann auf diese Zutaten zugreifen, da sie universal gültig und zugänglich sind – ein kreatives Leben ist also immer möglich!

5. Vertrauen

Für ein kreatives Leben bedarf es Vertrauen, dass Kreativität uns nicht absichtlich das Leben „schwer“ machen will, auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, dass der kreative Schöpfungsprozess mühsam und zäh ist. Wir sollten mit Leichtigkeit und einer großen Portion Neugierde in den Prozess gehen. Neugierde öffnet unsere Inspirationskanäle – wir bekommen neue Ideen und finden Themen, die uns interessieren und mit denen wir kreativ arbeiten können.

Ein bisschen schließt es an den Gedanken aus dem vorherigen Abschnitt an: Wir müssen aufhören uns selbst Druck zu machen und darauf vertrauen, dass Kreativität und neue Ideen kommen werden, wenn wir bereit dafür sind. Dasselbe gilt auch für gelegentliche, unvermeidbare Misserfolge – ich sage „unvermeidbar“, weil ich glaube, dass jeder früher oder später mal mit etwas nicht erfolgreich ist. Auch hier dürfen wir Vertrauen haben, dass die Kreativität uns weiter leiten und begleiten wird. Wir können aus der Erfahrung lernen und dürfen uns dann selbst verzeihen, loslassen und uns für die nächste Aufgabe öffnen. Aufgeben darf dabei keine Option sein!

Zum Abschluss dürfen wir dann auch das Vertrauen haben das Endprodukt unseres kreativen Produkts hinaus in die Welt zu geben. Das ist häufig der schwierigste Teil des Schöpfungsprozess, weil wir uns hier nun wieder der „Gefahr“ aussetzen von anderen verurteilt zu werden und gegebenenfalls nicht den Erfolg oder die Anerkennung zu bekommen, die wir uns ursprünglich gewünscht haben. Gilbert antwortet auf diese Ungewissheit mit folgenden Worten:

„The universe will probably grant you the outcome you need – but it might not grant you the outcome you want!”


Was habe ich für mich aus diesem Buch mitgenommen?
 

Mir ist es tatsächlich etwas schwer gefallen, das Buch zusammenfassen, weil in jedem Kapitel so viele wertvolle Tipps und augenöffnende Erkenntnisse für mich gesteckt haben. Jedem, der sich für Kreativität auch nur im Ansatz interessiert (und natürlich besonders für ein kreatives Leben), möchte ich dieses Buch daher unbedingt empfehlen!

Meine drei wichtigsten Erkenntnisse aus dem Buch möchte ich hier aber doch nochmal zusammenfassen:

1. Wir alle sind kreative Wesen und es ist meine Pflicht kreativ zu leben, die Schätze aus meinem Inneren hervorkommen zu lassen und in die Welt zu tragen. Ich darf Inspiration in mein Leben einladen und mich dafür öffnen, was sie für mich bereithält. Dabei brauche ich nicht auf das Einverständnis meiner Umwelt zu warten – ich lebe mein kreatives Leben für mich und nicht für die Außenwelt, auch wenn ich mein Endprodukt nachher ins Außen gebe.

2. Ein kreatives Leben zu führen ist nicht immer einfach. Kreativität ist nicht immer einfach. Trotzdem kann ich mit Spaß und Freude in den kreativen Schöpfungsprozess gehen und mit Durchhaltevermögen auf mein Endergebnis hinarbeiten – denn nur, wenn ich dran bleibe, kann ich meine „big magic“ kreieren.

3. Ich kann auch dann ein kreatives Leben führen, wenn meine Kreativität nicht meine Haupteinkommensquelle ist.

Das Buch und diese drei Erkenntnisse haben mir bei der Erstellung meiner Webseite immens geholfen und mir Mut gemacht, weiter daran zu arbeiten, auch wenn der Weg, den ich hiermit gehe, vielleicht nicht für jeden verständlich ist, und ich hiermit am Ende womöglich kein Geld verdiene (denn das hat aktuell nicht die oberste Priorität für mich). 

Abschließen möchte ich diesen Artikel mit einem letzten Zitat, das ich sehr inspirierend finde und das auch einen Platz auf meinem Vision Board gefunden hat:

„You are worthy, dear one, regardless of the outcome!
You were born to create, regardless of the outcome!“ 

Konntest du aus diesem Artikel auch ein paar Erkenntnisse für dein kreatives Leben ziehen? Welche Zutaten für ein kreatives Leben scheinen für dich besonders wichtig? Und mit welchen tust du dich momentan noch eher schwer? Ich freue mich, wenn du deine Antworten mit mir in den Kommentaren unter diesem Artikel teilst oder unter meinem Post auf Instagram.

Alles Liebe,

Deine Svenja

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Foto Credit: Tim Mossholder on Unsplash_1119796

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